News-Details

Asien-News | Reiseinformationen

Eintrittsgebühren für Teile des Komodo - Nationalparks in Indonesien

1.000 US-Dollar Eintritt werden ab dem 01.01.2021 für den Besuch von Teilen des Komodo - Nationalparks erhoben

Lange wogte die Entscheidung hin und her: Natur- und Tierschützer waren dafür: Reedereien, Hotels und Agenturen waren dagegen. Nun ist es aber amtlich. Das indonesischen Tourismusministerium bestätigt, das ab dem 01.01.2021 eine einmalige Eintrittsgebühr von 1.000 US-Dollar pro Person für den Besuch des Komod-Nationalparks in Indonesien eingeführt wird. Die Besucher erhalten im Gegenzug eine spezielle Berechtigungskarte, die für beliebig viele Besuche des Nationalparks binnen Jahresfrist gilt. Mit dieser Regelung will man die Besucher der "Letzten Drachen unserer Erde" reduzieren und die weltbekannten Komodowarane und ihre Umgebung besser schützen - und die touristische Infrastruktur sowie deren Umweltverträglichkeit ausbauen.

Von dieser Regelung NICHT betroffen ist die Insel Rinca, die ebenfalls zum Komodo - Nationalpark (Taman Nasional Komodo) gehört und auf der noch etwa 1000 der größten noch lebenden Waranart der Welt, die Komodowarane, leben. Rinca kann weiterhin auch von Tagesausflüglern via Boot z.B. von der Insel Flores/  Labuan Bajo besicht werden.

Der Komodo - Nationalpark, der aus 3 großen und mehreren kleinen Inseln besteht, gehört zu den Kleinen Sundainseln im Malaiischen Archipel, auch die beliebte Insel Bali gehört zu ddazu. Außer Bali gehören alle anderen Kleinen Sundainseln zu Wallacea, dem biologischen Übergangsgebiet zwischen Australien und Asien. Die Region Wallacea ist wie auch das sogenannte Korallendreieck ein Gebiet der Erde mit herausragender Biodiversität und zahlreiche endemische Tier- und Pflanzenarte kommen hier vor.

Die Komododrachen oder Komodowarane sind die noch größte lebende Waranart und werden bis zu 3m groß und 70kg schwer. Die Warane können Beutetiere bis hin zu vielfachen Ihrer eigenen Größe erbeuten, selbst erfolgreiche Angriffe auf mehr als 340kg schwere Wasserbüffel sind verbrieft. Warane "riechen" ihre Beute mit der Zunge, pirschen sich an und legen die letzten Meter zu Beute mit oft unglaublicher Schnelligkeit zurück. Zum "Waffenarsenal" der Tiere gehört neben starken Zähnen und Krallen auch ein starkes Gift, das über Drüsen im Unterkiefer produziert wird und die Beute auch noch nach mehreren Tagen töten kann. Das Jagdverhalten der Tiere hat man in der Vergangenheit genutzt, um z.B. mit toten Ziegen bewusst Komododrachen für die Touristen anzulocken - die Warane sind ebenfalls Aasfresser. Das Jagdverhalten hat aber auch andere Auswirkungen auf die Besucher: die Begleitung durch einen erfahrenen Ranger ist verpflichtend, rote Kleidung ist dabei ebenso tabu und Frauen während Ihrer Periode wird von vielen Veranstaltern und Reedereien die Teilnahme an den Landgängen in den Nationalpark aus Sicherheitsgründen untersagt.